Wie wurde in der Vergangenheit mit Sichtweisen gearbeitet?

Hinterher ist man immer klüger. Das sieht man am Beispiel Nokia – Apple.

Das reale Leben ist etwas komplexer. Das merken wir bei der Arbeit mit und an den Sichtweisen von Menschen in Organisationen. Eine unvoreingenommene Herangehensweise ist dabei das «A» und «O». Pro Person und Thema kommen schnell mal zig Sichtweisen zusammen. Jede Sichtweise besteht selbst wieder aus vielen einzelnen Aussagen. So irrational wie diese Aussagen auf den ersten Blick von aussen erscheinen, so folgerichtig erklären sie in den Augen der jeweiligen Person was, warum geschieht und steuern die jeweilige Reaktion.

Die Aufgabe besteht darin, diese individuellen, sich teilweise widersprechenden Sichtweisen, in eine neue gemeinsame Sichtweise überzuführen. Dabei muss die neue Sichtweise in sich schlüssig alle Einzelaussagen miteinander in Beziehung setzen. Je mehr Personen involviert sind und je länger Konflikte vor sich hin schwelen, desto grösser ist der damit verbundene Aufwand. So kommen schnell tausende Einzelaussagen zusammen. Erfahrungsgemäss tragen über 99.9% nur zur Verwirrung bei. Sie erschweren den Blick auf das Wesentliche.

Der Aufwand für die Entwicklung einer neuen gemeinsamen Sichtweise war bis dato sehr hoch. Dies schreckte in der Vergangenheit viele Entscheidungsträger davon ab, umfassend die Sichtweisen von Menschen in ihren Organisationen zu adressieren. Im besten Fall wurden für ausgewählte Personen Coaches engagiert. Eine umfassende organisationsweite Arbeit mit und an Sichtweisen wurde nur dann in Betracht gezogen, wenn alle anderen Mittel versagten.